🚧🛑......Trotz der EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens durch die Corona-Pandemie ist die Grundversorgung der Lkw-Fahrerinnen und -Fahren entlang der Autobahnen in Niedersachsen weiterhin gewĂ€hrleistet. NĂ€here Informationen ĂŒber die geöffneten Tank- und Rastanlagen sowie deren Serviceangebote erhalten Sie unter: www.strassenbau.niedersachsen.de.+++.....🛑🚧

Aktuelles

Nebenbetriebe / Rastanlagen

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FĂŒr den weitrĂ€umigen Verkehr auf den Bundesautobahnen sind ParkplĂ€tze und Rastanlagen erforderlich, damit alle Verkehrsteilnehmer die notwendigen Erholungspausen einlegen und sich bei Bedarf versorgen können, ohne die Autobahn verlassen zu mĂŒssen. Mit ihrer Versorgungs- und Erholungsfunktion leisten diese Einrichtungen daher einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Auf den Autobahnen gibt es bewirtschaftete Rastanlagen, die aus einer Verkehrsanlage und einem oder mehreren Servicebetrieben wie Tankstelle, RaststĂ€tte und Hotel bestehen. Diese Servicebetriebe werden im Bundesfernstraßengesetz (FStrG) als „Nebenbetriebe“ bezeichnet. Außerdem gibt es unbewirtschaftete Rastanlagen ohne Servicebetriebe, die in der Regel mit einem WC-GebĂ€ude auf der Verkehrsanlage ausgestattet werden. Zur Verkehrsanlage gehören im Wesentlichen die Park- und ErholungsflĂ€chen, die GrĂŒnanlagen und die Fahrgassen.

Zwischen bewirtschafteten Rastanlagen mit Nebenbetrieben wird nach den aktuellen PlanungsgrundsĂ€tzen ein Regelabstand von 50 – 60 km, bei nur geringem Fernverkehr von bis zu 80 km angestrebt. Dazwischen sollen den Verkehrsteilnehmern unbewirtschaftete Rastanlagen im Regelabstand von 15 bis 20 km, bei nur geringem Fernverkehr bis zu 25 km zur VerfĂŒgung stehen. Die GrĂ¶ĂŸe einer Rastanlage richtet sich im Wesentlichen nach der VerkehrsstĂ€rke auf der Autobahn und der Lage im Autobahnnetz.

Auf dem rd. 13.000 km umfassenden Autobahnnetz in Deutschland stehen den Verkehrsteilnehmern aktuell rd. 430 bewirtschaftete Rastanlagen mit Tankstelle und RaststĂ€tte sowie rd. 1.500 unbewirtschaftete Rastanlagen zur VerfĂŒgung (Verkehrsinvestitionsbericht fĂŒr das Berichtsjahr 2014).

Seit der Privatisierung des Nebenbetriebssystems 1998 bauen und betreiben private Investoren die Tankstellen und RaststĂ€tten. Die Konzessionen fĂŒr neue Servicebetriebe werden von den Straßenbauverwaltungen der LĂ€nder im Rahmen der Auftragsverwaltung fĂŒr die Bundesfernstraßen nach Verfahrensrichtlinien des Bundes in einem wettbewerblichen und transparenten Verfahren öffentlich ausgeschrieben und vergeben. Die jeweilige Landesstraßenbauverwaltung schließt mit dem privaten Dritten auf der Grundlage eines bundeseinheitlichen Muster-Konzessionsvertrags einen standortspezifischen Konzessionsvertrag, der die gegenseitigen Rechte und Pflichten regelt (z.B. Betriebspflicht des KonzessionĂ€rs, Öffnungszeiten, Vertragslaufzeit). FĂŒr dieses Recht, einen Nebenbetrieb auf der Autobahn zu betreiben, zahlt der KonzessionĂ€r an den Bund eine Konzessionsabgabe, die absatz- bzw. umsatzabhĂ€ngig ist. Einzelheiten hierzu sind in der Verordnung ĂŒber Höhe und Erhebung der Konzessionsabgabe fĂŒr das Betreiben eines Nebenbetriebs an der Bundesautobahn (BAB-Konzessionsabgabenverordnung – BAB-KAbgV) geregelt. Es liegt in der Entscheidung des KonzessionĂ€rs, ob er den Servicebetrieb selbst betreibt oder ob er ihn einem Dritten (z.B. PĂ€chter) ĂŒberlĂ€sst. Die Konzession selbst ist nicht ĂŒbertragbar.

Die Konzession umfasst nicht den Bau und Betrieb der Verkehrsanlage. Diese Aufgabe obliegt der Auftragsverwaltung. Die Finanzierung erfolgt grundsĂ€tzlich aus dem Straßenbauhaushalt des Bundes. Das Planungsrecht fĂŒr den Bau von bewirtschafteten Rastanlagen einschließlich der Servicebetriebe wird durch die LĂ€nderstraßenbauverwaltungen geschaffen, in der Regel in Planfeststellungsverfahren.

Ziel des Bundes ist ein modernes, bedarfsgerechtes Rastanlagensystem. Aus diesem Grund wurde das Regelwerk 2011 mit den „Empfehlungen fĂŒr Rastanlagen an Straßen“ fortgeschrieben. Sie beinhalten moderne Planungsstandards, die einerseits die VerkehrsablĂ€ufe auf den Rastanlagen noch sicherer machen und andererseits die AufenthaltsqualitĂ€t fĂŒr alle Verkehrsteilnehmer weiter verbessern sollen. Dazu gehören getrennte Parkbereiche und Einrichtungsverkehr in den Fahrgassen. Als freiwillige Leistung des Bundes besteht zudem die Möglichkeit, LĂ€rmschutz fĂŒr Lkw-Fahrer wie fĂŒr Anwohner vorzusehen.

Zur Deckung des streckenbezogenen Lkw-Parkbedarfes auf den Autobahnen wird auch das Potential der unbewirtschafteten Rastanlagen ausgeschöpft. Wird heute eine unbewirtschaftete Rastanlage mit mindestens 30 Lkw-ParkstĂ€nden gebaut, ist mit der Baumaßnahme eine technische Aufwertung der Ausstattung der Anlagen verbunden. Dort sollen im Interesse der Verkehrsteilnehmer Beleuchtung, LĂ€rmschutz – soweit möglich – und sanitĂ€re Anlagen verbessert bzw. nachgerĂŒstet werden.

Neben den Rastanlagen auf den Autobahnen stehen Lkw-StellplĂ€tze auch auf ca. 190 autobahnnahen Autohöfen zur VerfĂŒgung. Diesen privatwirtschaftlich betriebenen Einrichtungen liegt keine gesetzliche oder vertraglich geregelte Betriebspflicht zugrunde. Es gibt keine vertraglichen Beziehungen zwischen Bund bzw. LĂ€ndern und den Autohofbetreibern, so dass Autohöfe nach rein eigenwirtschaftlichen MaßstĂ€ben betrieben werden. Autohöfe können durch ein Hinweiszeichen in unmittelbarer NĂ€he einer Autobahn-Anschlussstelle angekĂŒndigt werden.

Um den Bedarf an Lkw-ParkflĂ€chen abschĂ€tzen und Maßnahmen ergreifen zu können, ergab eine Erhebung im Jahr 2008 einen Bestand von rund 46.400 Lkw-ParkstĂ€nden.

Im Jahr 2013 wurde die bundesweite Erhebung der Lkw-Parksituation wiederholt. Die Erhebung zeigte, dass fĂŒr die 71.350 abgestellten Lkw im April 2013 bundesweit etwa 10.940 Lkw-ParkstĂ€nde auf und an den BAB zusĂ€tzlich benötigt wurden.

Die nĂ€chste Erhebung ist fĂŒr das Jahr 2018 geplant.

Die Bundesregierung hat auf den Bedarf reagiert und reduziert seit Jahren das Lkw-Parkstanddefizit auf unseren Autobahnen mit Erfolg. Seit 2008 wurden mehr als 14.000 neue Lkw-ParkplĂ€tze geschaffen. DafĂŒr hat der Bund rund 850 Mio. Euro fĂŒr den Neu-, Um und Ausbau der Rastanlagen zur VerfĂŒgung gestellt.

Auch telematische Systeme spielen bei der Schaffung zusĂ€tzlicher Lkw-ParkflĂ€chen eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle. So werden mittels Lkw-Parkleitsysteme die Belegungsdaten fĂŒr die Nutzung im Internet, in NavigationsgerĂ€ten oder als Smartphone-Apps zur VerfĂŒgung gestellt. Bei den besonderen Parkverfahren soll die RastanlagenflĂ€che besser ausgenutzt werden, indem die Lkw mit Hilfe von Telematik entsprechend ihrer Abfahrtszeit in einer langen Reihe hintereinander parken.

Bisher konnten zwei Verfahren erfolgreich umgesetzt werden:

Beim telematisch gesteuerten Kolonnenparken werden die Lkw-Fahrer mittels einer Schranke an einem Terminal angehalten, um ihre Abfahrtszeit einzugeben. Sie bekommen dann vom System eine Parkreihe zugewiesen. Im Ergebnis parken mehrere Lkw entsprechend ihrer Abfahrtszeit hintereinander. Hierdurch kann eine Ausfahrspur entfallen und somit die Nutzung vorhandener bzw. geplanter FlĂ€che optimiert werden. Zu diesem besonderen Parkverfahren wurde auf der Rastanlage Montabaur an der A 3 in Rheinland-Pfalz ein Pilotvorhaben durchgefĂŒhrt. Weitere Maßnahmen (Inntal-West im Zuge der A 93 in Bayern und HunsrĂŒck-West im Zuge der A 61 in Rheinland-Pfalz) folgen.

Als Alternative zum telematischen Kolonnenparken wurde das Kompaktparken entwickelt. Beim Kompaktparken zeigen dynamische Anzeigen ĂŒber den Parkreihen chronologisch aufsteigende Abfahrtszeiten an. Der Lkw-Fahrer wĂ€hlt seine Reihe entsprechend seiner Abfahrtszeit eigenverantwortlich aus. Auch hierbei parken mehrere Lkw entsprechend ihrer Abfahrtszeit hintereinander, wodurch ebenfalls eine Ausfahrspur entfallen kann. Anfang dieses Jahres wurde bei der Tank- und Rastanlage Jura-West an der A 3 in Bayern eine solche Pilotanlage in Betrieb genommen.

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